BLICKPUNKT ESSLINGER SPORTLERWAHL

Die Jugend landet auf den ersten Plätzen

23.02.2008
Der KSV Esslingen stellt die Mannschaft und die Sportlerin des Jahres 2007 - Turn-Talent Dominik Weber gewinnt bei den Männern

Von Frank Hagenauer

Esslingen - Hannah Brück, Dominik Weber und der KSV Esslingen haben sich bei der Esslinger Sportlerwahl durchgesetzt. Ein 14-köpfiges Gremium mit Vertretern der Stadt, der Vereine und des EZ-Sportressorts stimmte mehrheitlich für die 18-jährige Judokämpferin, den 14-jährigen Turner und das U-17-Judo-Team. Auf den KSV Esslingen entfallen erneut zwei Titel. Im Vorjahr gewannen die Judo-Bundesliga-Männer, diesmal ist es die U-17-Mannschaft. KSV-Judoka Hannah Brück liegt bei den Frauen diesmal weniger deutlich vorne als im Vorjahr - die deutsche Snowboard-Parallelslalom-Meisterin Rosa Czipf rangiert nur acht Punkte hinter ihr. Den klarsten Vorsprung verbucht in der Männerwertung das größte Esslinger Turn-Talent - der deutsche Boden-Jugendmeister Dominik Weber vom TSV Berkheim kommt auf zwölf Punkte mehr als Taekwondoka und Vorjahressieger Bruno Raab.

„Das ist genial“, kommentiert KSV-Jugendleiter Harald Lupp das Mannschaftsergebnis. Die U-17-Judokas räumten 2007 mächtig ab - Platz eins bei den württembergischen Meisterschaften, Platz zwei bei den süddeutschen Meisterschaften und Rang drei bei den deutschen Titelkämpfen. „Die Mannschaft ist nicht als Favorit in die Meisterschaften gegangen und hat eine sagenhafte Leistung gebracht“, freut sich Lupp. Als Basis des Erfolgs sieht er die Arbeit der drei verantwortlichen Trainer Sonja Herz, Bruno Tsafack und Andreas Morhardt.

Trainer von Hannah Brück ist Ralf Heiler, der sich über das Ergebnis freut - besonders auch, „weil so gute Mitkandidatinnen wie Rosa Czipf oder Sandra Luptowitsch dabei waren“. Die erneute Wahl von Hannah Brück ist für Heiler dennoch folgerichtig. „Allein bei der Judo-EM waren über 50 Nationen dabei - und in jedem Land wird Judo professionell betrieben“, verweist er auf die gewaltige Konkurrenz, gegen die sich Hannah Brück bei der U-20-EM bis zur Bronzemedaille vorkämpfte. Bei der deutschen U-20-Meisterschaft gewann sie den Titel, bei den internationalen deutschen Titelkämpfen ebenfalls Bronze. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, war Brück sprachlos vor Freude, als sie von ihrem Wahlsieg erfuhr.

Dieses Jahr ist die Junioren-WM ihr großes Ziel - da ist die Konkurrenz bei über 100 teilnehmenden Nationen allerdings noch größer. „Von der Erstrundenniederlage bis zum Finale ist alles möglich“, sagt Heiler. Hannah Brück findet, dass schon die Teilnahme an sich ein Erfolg ist: „Ich habe ja noch nie bei einer WM gekämpft.“ Ihr Wunschziel ist eine Platzierung unter den ersten Fünf.

Dominik Weber, der deutsche und württembergische Jugendmeister im Bodenturnen und württembergische Vizemeister am Reck, will zeigen, dass er zu Recht kürzlich in den Bundeskader berufen wurde. „Das ist mal ein schöner Lohn für die viele Trainingsarbeit“, freut sich Mutter Renate über den Wahlerfolg. Dreieinhalb Stunden pro Tag feilt Dominik an seinen turnerischen Fähigkeiten. Als Sieger der Sportlerwahl tritt er quasi in die Fußstapfen seiner Schwester Jasmin, die einst ebenfalls als deutsche Meisterin bei der Wahl ganz vorne landete. „Das überrascht mich“, reagierte Dominik spontan auf die Wahl. „Ich habe es nicht erwartet, weil es so viel starke Konkurrenz gab.“

P.S.: Sandra Luptowitsch und Florian Eberhardt vom Ruderverein Esslingen erreichten jeweils einen dritten Platz.